Montag, 10 Dez 2018
Ausfahrt nach Murrhardt

Geschichtliche und kulturelle Hintergrundinformationen:
Leitung: Susanne Schmidt MA  und Dr. Gerhard Betsch

In der Nähe von Murrhardt überquerte der rätische Limes das Murrtal. Die Stadt Murrhardt hat ein römisches Kastell unter sich. Das in einem Kastell obligatorische Bad wurde vor wenigen Jahren ausgegraben. Wir können es besichtigen.

Die Kirche des 817 (!) gegründeten Benediktinerklosters hat natürlich viele Umbauten erfahren. Ihre heutige Gestalt mit zwei Türmen geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Die Kirche dient seit 1806 als evang. Stadtkirche. Sie birgt im Innern viele Erinnerungsstücke an das ehemalige Kloster und das evang. Klosteramt. An den Nordturm wurde um 1230 die Walterichskapelle angebaut, ein Schmuckstück und Zeugnis der herausragenden Kunst von Baumeistern und Steinmetzen der Spätromanik.

Auf einem Hügel über der Stadt steht die Walterichskirche, eine gotische Kirche mit frühmittelalterlichen Wurzeln. Sie birgt das Grab des Ortsheiligen Walterich, der Gründungsabt des Murrhardter Klosters war. Noch bis ins 18. Jahrhundert, also bis in die evangelische Zeit, gab  es eine Art Wallfahrt zum Grab Walterichs.

Wir werden in der „Sonne Post“ speisen. Das Lokal genießt im Land einen sehr guten Ruf unter Feinschmeckern und Weinzähnen. 1945, kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges,versammelten  sich hier eine Reihe von Landespolitikern, um über die politische Neugestaltung des deutschen Südwestens zu sprechen.

Wir werden auch in der Kunstsammlung der Stadt Bilder der mit Murrhardt verbundenen Maler Reinhold Nägele (1884 – 1972) und Heinrich von Zügel (1850 – 1941) sehen. Kürzlich fand eine Ausstellung zu Leben und Werk von Reinhold Nägele im Kunstmuseum der Stadt Stuttgart große Beachtung.

Auf der Fahrt nach Murrhardt legen wir in Oppenweiler eine Pause ein. Wir wollen das ehemalige Schloss der Freiherren von Sturmfeder besehen, eine Art Wasserburg mit 8-eckigem Grundriss, erbaut 1770 – 1778. Es liegt in einem „englischen“ Landschaftspark, den Friedrich Ludwig von Sckell (bekannt aus Schwetzingen und München) um 1800 schuf.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. Juni 2018 um 09:17 Uhr